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geschichte des tommyhaus

twh, wilhelmstraße 9, berlin x-berg

- ein altes gebäude verteidigt sich erfolgreich gegen die moderne stadtentwicklung kreuzberg und bildet einen starken und etwas ironischen kontrast zu der neuen "spd"-zentrale direkt gegenüber auf der anderen straßenseite. passanten können einen kurzen blick auf die grafittis und zeichnungen, die die wände zieren, werfen. diese sind zeugnis der aufregenden geschichte des hauses und dessen wichtige rolle für menschen, die auf der straße leben und menschen, die einen alternativen lebensstil gewählt haben.

geschichte des tommyhaus

das »TOMMY WEISSBECKER HAUS« ist in den 70er jahren im zuge der außerparlamentarischen oppositionsbewegung entstanden. bis 1969 wurde das gebäude von der firma "eternit" für die unterbringung von "gastarbeitern" genutzt und stand seitdem leer. zu dieser zeit dominierten hier mitten im heutigen stadtzentrum berlins, nahe der ehemaligen mauer, kriegsruinen und freiflächen das bild. als es im märz 1973 besetzt wurde, war diese ecke west-berlins gegenüber der ost-berliner friedrichstraße noch völlig uninteressant.

 

am anfang stand die besetzung des eigentumslosen und leerstehenden hauses in der kreuzberger wilhelmstraße durch obdachlose jugendliche und trebegängerInnen. in der zeit der unruhen der 70er jahre war es häufiges objekt polizeistaatlicher beobachtungen und kontrollen. es gehört als zweites besetztes haus der stadt neben dem »GEORG von RAUCH-HAUS« und dem selbstverwalteten jugendzentrum »DRUGSTORE« zu den von jugendlichen treberInnen anfang der 70er Jahre selbstgeschaffenen und durchgesetzten lebensräumen.

 

das »TWH« ist wie die anderen projekte aus der kritik an den heimen und der damaligen jugendpolitik als alternative zu heim oder knast entstanden und wurde mit hilfe einer breiten solidarischen bewegung von unten und der außerparlamentarischen oppostion durchgesetzt.

 

um die vertragsfähigkeit zu verbessern, wurde der »ssb« e.v. (sozialpädagogische sondermaßnahmen berlin e.v.), dem schon einige der treberinnen angehörten, als trägerverein gewählt. so wurde am 02.03.1973 ein zunächst auf ein jahr befristeter nutzungsvertrag mit dem senat unterzeichnet. der am darauffolgenden tag erfolgte einzug war zunächst nur auf die ersten beiden etagen beschränkt, die nutzung der beiden oberen geschosse wurde aus baurechtlichen gründen untersagt.

 

die jugendlichen des »TOMMYHAUS« waren in den 70er-jahren teil einer jugendbewegung, die sich zunehmend politisierte und die kapitlistische gesellschaft in allen bereichen in frage stellte.

 

das haus ist nach TOMMY WEISSBECKER benannt, einem organisierten anarchisten, der genau 1 Jahr vor der besetzung von polizisten erschossen worden war.

 

es ist damals wie heute teil der berliner subkultur und des linken widerstands in der stadt. nachdem das haus jahrelang von der polizei durchsucht und teilweise zerstört wurde, um das projekt zu zerschlagen, bekam es schließlich doch langfristige verträge. der vorläufige höhepunkt der hausuntersuchungen fand mit der durchsuchung am 05.03.1975 im unmittelbaren zusammenhang mit der freilassung von PETER LORENZ statt. dabei entstand ein sachschaden von etwa 40.000 DM und man mußte praktisch wieder von null anfangen. eine schließung wegen baulicher mängel konnte nur durch proteste der öffentlichkeit verhindert werden. zudem bezahlte der senat nach klagedrohung eine entschädigung von 10.000 DM. wiederholt wurden bewohnerInnen kriminalisiert. als deutlich wurde, dass dies nicht fruchtete, versuchte der senat, das tommyhaus als buntes alternativprojekt zu integrieren und zu neutralisieren.

 

das haus ist seit nunmehr 28 jahren selbstverwaltet und liegt heute mitten im regierungsviertel der hauptstadt, gegenüber der neuen "spd"-parteizentrale, dem "willy-brandt-haus." es wird schon jetzt von teilen der berliner politik als sicherheitsrisiko eingestuft.

 

aktivitäten im tommyhaus

viele räume im haus stehen für alle möglichen arten von sozialen und gemeinschaftlichen projekten zur verfügung: das café »LINIE 1« ist ein treffpunkt für die musikundergroundscene in berlin; die »KIEZ CUISINE« stellt essen für die gemeinschaft zur verfügung (treberInnen im haus essen kostenlos oder zu einem reduzierten preis); es gibt auch räume wo musikbands proben, eine sport- und tanzetage und einen veranstaltungssaal, in dem konzerte, politische veranstaltungen, filmaufführungen und partys stattfinden.

 

url: http://gib.squat.net/abc/tommyhaus/geschichte.html