une service d'anarchafeminist bluecross


smash...
patriarchy




september 2002:
Erotikmesse - part 2
Während der Erotikmesse in der Karl-Marx-Allee haben wir Flyer verteilt, in denen die Herrschaftsstrukturen, die in der Erotik- und Pornoindustrie verfestigt und reproduziert werden, aufgezeigt wurden. (Flyer ist im Open-Posting Bereich von Indymedia veröffentlicht.) Dabei versuchten wir insbesondere die BesucherInnen der Erotik-Messe zu erreichen und sie zu sensibilisieren, indem wir so gut es ging linken Szenejargon vermieden (abgesehen von Begriffen wie "Heterosexismus" und "Entfremdung"). Die Reaktionen der angesprochenen Personen fielen unterschiedlich aus; sie reichten von Ablehnung, geäußert im Zerknüllen der Flugis bis hin zu interessiertem Durchlesen und zustimmendem Nicken. Es überwogen jedoch negative Reaktionen. Besonders große Sorgen schienen wir den Securitytypen bzw. ihren Auftraggebern zu bereiten. So wurden wir schon nach wenigen Minuten erst von dem Gelände vor dem Messegebäude, und dann aus dem gesamten Umkreis unter Androhung die Bullen zu rufen, verwiesen. Sie argumentierten, dass ihrer Erfahrung nach durch Flugiaktionen Teile des Publikums vertrieben werden. Also klemmten wir den Rest der Flyer an die im Umfeld geparkten Autos und drückten es den umherstreunenden PassantInnen in die Hand.

Erwiderung auf Kritik
1.)Dass wir durch diese Aktionsform das Publikum nicht erreichen, weil
a)die Aktionsform an sich (Flugis) falsch gewählt ist

Diese Kritik teilen wir, jedoch war die vorher geplante Aktion nicht durchführbar und so entschieden wir uns für diese Art der Aktion, um überhaupt ein Zeichen zu setzen.(Der Eintrittspreis betrug 36 und so waren Aktionen im Innenbereich nicht mit unserem finanziellen Background vereinbar.)

b)zu einer Erotikmesse doch nur alte notgeile Opas gehen

Die Leute, die wir vor Ort antrafen waren zum größten Teil Paare mit einem Durchschnittsalter Anfang/Mitte 30.

c)wieder mal der Szenejargon verwendet wurde

Wie gesagt wir haben uns bemüht Fachchinesisch zu vermeiden, aber mensch kann auch dem bürgerlichen Publikum mehr zutrauen als ein großer Teil der linken "Elite" denkt.

2.)Verkürzte Kritik - kein Benennen der Ursachen

Im Rahmen eines Flyers dieser Länge (der ja auch gelesen werden soll)war es uns leider nicht möglich eine umfangreiche Herrschaftskritik und eine differenzierte Darstellung der Ursachen vorzunehmen.

Schade fanden wir, dass nicht mehr Aktionen in Bezug auf die Erotikmesse stattgefunden haben. Cool, dass sich aber soviele Leute zum Abreissen und Überkleben/Verschönern der Werbeplakate gefunden haben. Weitere mögliche Aktionsformen/ideen wären u.a.(die näxte Erotikmesse kommt bestimmt...):

- falsche Adressen überkleben (mit Vermerk: verlegt),
- Telefon lahmlegen, durch Veröffentlichung der Nummer im Rahmen einer Anzeige wie: verschenke Auto, Fernseher, Computer etc.,
- verstecktes/unsichtbares Theater vor Ort,
- und die üblichen Aktionen: sprayen, entglasen, Buttersäure...

Seid kreativ; werdet aktiv; leistet Widerstand gegen sexuelle Ausbeutung und Unterdrückung
!!! FIGHT SEXISM!!!!!

Anarchistisch-Feministischer
Zusammenhang (AFZ)
contact: AnFeZ@gmx.net


Nachschlag bei [indymedia]


september 2002:
Erotikmesse - PorNo!
"Willige, ständig bereite Frauen, denen nichts zu groß ist"- so oder ähnlich werben Erotikanbietende für ihre Produkte und Dienstleistungen. Die Menschen, die abgebildet werden entspringen einem heterosexistischem Schönheitsideal: Frauen mit großen Brüsten und jungen, schlanken Körpern, Männer mit großen Penissen und durchtrainiertem Body. Mit diesem Bild wird unser Bewußtsein getrimmt auf eine Vorstellung wie wir, unser Körper und unsere Sexualität zu sein haben, um "normal" zu sein. Diese Darstellung von dem was als "sexy" gilt, reproduziert und festigt gesellschaftlich geprägte Geschlechterrollen. In diesen befriedigt die Frau Männerphantasien, indem sie unterwürfig dem "ständig potenten" Mann dient und ihre Sexualität über seine definiert wird. Dabei übernimmt Er die aktive, Sie die passive Rolle. Auf diesem Weg wird insbesondere sexueller Gewalt ein Nährboden bereitet.
So spiegelt die, durch die Pornoindustrie geprägte Vorstellung von Erotik und Sexualität gesellschaftliche Verhältnisse wieder. Durch Käuflichkeit wird Sex zur Ware - der/die KäuferIn bestimmt, was, wann, wie und wo und zu welchem Preis stattfindet. Die Handelnden werden zu Objekten. Es kommt zur Entfremdung. Vorangetrieben wird die Kommerzialisierung von Sex durch Erotikmessen wie dieser, die gerade in Berlin stattfindet.

!!!Kampf der sexuellen Ausbeutung!!!
!!!SMASH PATRIARCHY!!!

Anarchistisch-Feministischer Zusammenhang (AFZ)
contact: AnFeZ@gmx.net


V.i.S.d.P.: Louise Michel, Strasse der Pariser Komune 42, 10245 Berlin

als [rtf-datei]


august 2002:
Den Sexisten eine kleben!
Nun ist es wieder soweit, nach fast einem Jahr Pause öffnet die Verkaufsmesse der Porno-Industrie wieder ihre Pforten. "Erotikmesse" nennen die Veranstalter das, was sie da am ersten September-Wochenende abhalten. Kann mensch 'Erotik' kaufen? Nee, aber darum geht es auch gar nicht. Es geht um die Vermarktung von Frauen(-Körpern) und angeblich "ursprüngliche Sexualität". Doch kann Sexualität als soziale Handlung in einer durch und durch patriarchalen und heterosexistischen Gesellschaft einen anderen Charakter haben als diese? Sollen sie es doch "lustfeindlich" nennen, dass wir ihre männlich normierte Sexualität mit Triebtheorie im Schlepptau ablehnen. Wir wollen die Messe und vor allem ihre Plakate als Plattform nutzen um unsere Kritik öffentlich zu machen. Wir wollen aufzeigen das sexualisierte Gewalt und Vergewaltigung immanenter Teil ihrer HERRschenden Sexualität sind. Aus diesem Grund haben wir in den Buchläden "Schwarze Risse" (Mehringhof, Gneisenaustr.2a X-Berg und Kastanienallee 85, P-Berg) A3-Plakate mit zwei verschiedenen Motiven ausgelegt:

1.) "Alle 6 Minuten wird in der BRD eine Frau vergewaltigt!"

2.) "200000 Kinder werden jedes Jahr Opfer sexualisierter Gewalt!"

Ergänzt sind die Plakate mit dem Zusatz "Die Täter stammen zum überwiegenden Teil aus dem Bekanntenkreis der Betroffenen!". Denn es sind die Freunde, Männer, Väter, Onkel, ... - es ist der ganz normale Mann, der sich auch an der "natürlichen Sexualität" in Pornos erfreut. Nicht der 'Triebtäter', der im dunklen Park aus den Busch springt. Ihr seid alle aufgerufen vor dem 6. September die Überkleber auf die "Erotikmesse"-Plakate zu kleben. Diese sind fast ausschließlich wild geklebt, d.h. es ist nicht strafbar.

in diesem Sinne:
Kleben gehen - gegen Zwangsheterosexualität und patriarchale Sexualmoral!

Eure A.G.GENDER-KILLER


contact: A.G.GENDER-KILLER@gmx.de
check: www.GENDER-KILLER.de

aus [INTERIM Nr.555 - 29.8.2002]


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